Kennst du eine Führungskraft, die sich zunehmend empathielos verhält und hauptsächlich an dem Erhalt der eigenen Macht interessiert ist? Wissenschaftlich gesehen ein spannendes Forschungsfeld, im echten Leben jedoch ein messbares organisationales Risiko.
Meta-Analysen zeigen einen signifikanten Zusammenhang zwischen destruktiver Führung und erhöhtem Stresserleben, Burnout und emotionaler Erschöpfung. Gleichzeitig sinken Leistung, Kreativität, Motivation und Bindung an das Unternehmen (z.B. Negt, 2023).
Verhaltensmuster, an denen du toxische Führung erkennen kannst, sind z.B. Machtmissbrauch, Mikromanagement, Zurückhalten von Informationen, Aufbau von Seilschaften und Abhängigkeiten, Säen von Konflikten, Selbstinszenierung auf Kosten anderer, öffentliche Bloßstellung, Sanktionierung von Kritik oder Widerspruch, Förderung von Konkurrenz statt Kooperation.
Bild: eves_art_project
Viele dieser Verhaltensweisen lassen sich auf die sogenannte „dunkle Triade der Macht“ zurückführen: Narzissmus, Machiavellismus und Psychopathie. Persönlichkeitsmerkmale, die mit manipulativen und empathielosen Führungsstilen korrelieren.
𝗗𝗶𝗲 𝗥𝗼𝗹𝗹𝗲 𝘃𝗼𝗻 𝗘𝗶𝗳𝗲𝗿𝘀𝘂𝗰𝗵𝘁 𝘂𝗻𝗱 𝗠𝗶𝘁𝘁𝗲𝗹𝗺𝗮𝘀𝘀
Bei toxischen Führungsstilen wirken zwei weitere Faktoren als zentrale Verstärker, die mittlerweile wissenschaftlich immer mehr in den Fokus rücken: Mittelmaß und Eifersucht.
𝗪𝗮𝘀 𝗽𝗮𝘀𝘀𝗶𝗲𝗿𝘁 𝗽𝘀𝘆𝗰𝗵𝗼𝗹𝗼𝗴𝗶𝘀𝗰𝗵?
*Führungskräfte vergleichen sich mit leistungsstarken Mitarbeitenden
*Überlegene Leistung anderer bedroht das eigene Selbstbild
*Daraus entsteht maligne (feindselige) Eifersucht
Im Gegensatz zur benigner Eifersucht führt maligne Eifersucht nicht zu Selbstverbesserung, sondern zu gezielter Sabotage.
Um ihre Machtposition zu bewahren, zeigen von maligner Eifersucht getriebene Führungskräfte diese typischen Verhaltensweisen:
*Aktives „Kleinhalten“ von High Performern
*Leistung wird nicht objektiv bewertet, sondern politisch
*Ausschluss aus Sichtbarkeit (Meetings, Projekten, Netzwerken)
*Loyalität wird höher bewertet als Kompetenz
*Ergebnisse werden höher bewertet als (ethisches) Verhalten in den Prozessen
*Empfindliche Reaktion auf Kritik oder neue Ideen
*Feedback wird bestraft statt genutzt
𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁: Mittelmaß wird gefährlich, wenn es sich bedroht fühlt, Eifersucht wird toxisch, wenn sie Macht bekommt. Organisationen, die das verstehen, können gezielt gegensteuern. Alle anderen verlieren langfristig genau die Menschen, die sie am dringendsten brauchen.
Wenn du Führungskraft bist, dich in Teilen wiedererkennst in der Beschreibung und an echter Entwicklungsarbeit interessiert bist, sprich mich gerne an. Veränderung ist möglich, wenn du bereit bist auf der Gefühlsebene zu arbeiten.
ToxicLeadership Eifersucht Mittelmaß Organisationspsychologie Psychologie
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